Ein unfreiwilliges soziales Experiment.
Stell Dir vor, alle Deine Termine werden auf einmal abgesagt.
Genau das ist mir im November letzten Jahres passiert.
Nach einem Fahrradunfall war mein voller Kalender plötzlich leer.
Für Wochen.
Terminlos zu sein, hat sich für mich erst mal so gar nicht nach Freiheit angefühlt 🙈
Es war eine Mischung aus schlechtem Gewissen, FOMO und Überforderung.
Für mich war es normal von einem Termin zum nächsten zu gehen.
Daily. Weekly, Monatsrunde.
Und dann alles auf Null.
Die Zeit im Krankenhaus war eine Zäsur.
Und was passierte dann?
Es wird euch kaum überraschen:
Einige Gespräche hab’ ich trotzdem wahrgenommen.
Einige Themen hab’ ich mir sogar neu dazu geholt 😇
Und jedes Mal musste ich mich erst einmal erklären:
„Du liegst doch im Krankenhaus – bist gerade operiert worden.
Woher nimmst du dafür die Energie?“
Erst durch diese Frage wurde mir etwas bewusst:
Es gibt Gespräche, die ich unbedingt führen möchte.
Gespräche, bei denen es mir danach besser geht als vorher.
—> Gespräche, die mir Energie geben.
In diesem Moment habe ich verstanden:
ENERGIE IST WICHTIGER ALS ZEIT.
Seitdem stelle ich mir immer wieder die Frage:
Wie kann ich Termine so gestalten, dass sie Energie erzeugen?
Für mein Gegenüber.
Für mich.
Im besten Fall für beide.
Mir ist bewusst, dass es ein Privileg ist, Termine selbst gestalten, absagen oder anders organisieren zu können.
Dieser Spielraum ergibt sich zu großen Teilen aus meinen Rollen. Das macht mich dankbar und demütig. Viele Menschen haben dieses Privileg vermeintlich erst mal nicht.
Deswegen spare ich mir an dieser Stelle einen schlauen LinkedIn-Advice.
Was ich aber teilen möchte, ist eine neue Angewohnheit.
Ich sage den Menschen, wenn mir ein Gespräch Energie gegeben hat:
Danke für Deine Zeit.
Vor allem aber:
Danke für Deine Energie.

