Morgen wird ein schwerer Tag. Ich fühle mich traurig, nostalgisch, reflektiert und dankbar.
Morgen ist der erste Todestag meines Schwieger-Papas. Er ist bei einer gemeinsamen Fahrradtour mit meinem ältesten Sohn und mir am Bodensee gestorben.
Warum ist das wichtig?
Sein Tod kam unerwartet. Ich vermisse es zusammen zu Lachen und sich am Leben zu freuen.
Warum ist das signifikant?
Durch sein ehrliches Interesse hatten wir häufig tiefgründige Gespräche.
Warum ist das bedeutsam?
Seine wertschätzende Art aktiv nachzufragen hat mich erst beeindruckt, später geprägt. Sie hat über viele Jahre eine emotionale Verbundenheit erzeugt, die über seinen Tod hinaus fort besteht.
Was habe ich über mich gelernt?
1.
Ich hatte mich mit dem Tod bereits auseinandergesetzt, z.B. bei der Entwicklung der Lifecompanion-App oder bei den Podcast-Folgen „Sterben“ und „Trauern“. Das ging sehr tief. Trotzdem habe ich gelernt, dass es einen fundamentalen Unterschied zwischen der theoretischen Erkenntnis und der persönlichen Erfahrung gibt.
2.
Ich fühle mich lebendig und zufrieden, wenn ich tiefe Verbindungen zu Menschen erleben darf. Ich habe gelernt, dass ich das positiv beeinflussen kann, wenn ich mich traue den ersten Schritt zu gehen.
3.
Meine Erfahrung mit der Endlichkeit lässt mich klarer sehen. Ich spüre schmerzvoll, wie knapp und wertvoll mein Leben ist und wie sehr ich meine Zeit mit sinnvollen Vorhaben verbringen möchte. Ich habe gelernt, das ich tolle Menschen um mich herum habe mit denen ich das machen kann. Das ist ein großes Geschenk 🙏
Weiterführende Pfade
Lesen:
Ich habe gerade ein Buch gelesen, dass mich abgeholt, bewegt und inspiriert hat. Es heißt „Im Angesicht des Lebens“ von Markus C. Müller und „dockt“ genau an dem Thema dieses Beitrags an. Ich hatte ihn kürzlich zum Podcast eingeladen. Falls ihr reinhören wollt, der Podcast heißt Digitacheles KI, Folge 117, „Im Angesicht des Lebens“.
Hören:
Die Musik hat mir geholfen meine Trauer zu verarbeiten. Als mein Fluss des Lebens wenig Wasser trug, habe ich einen Song geschrieben und ihn gemeinsam mit meinem Bruder meine Emotionen vertont. Falls ihr rein hören wollt, der Song heißt „Wenig Wasser“ von den „Wehrmann Brothers“ und es gibt ihn bei Spotify & Co.
—> Hape Kerkeling hat das im Podcast mit Matze Hielscher mal wundervoll auf den Punkt gebracht. Durch das Aufschreiben, konnte ich loslassen. Wenn ich will, kann ich jederzeit zu dem Gefühl zurück gehen und muss es nicht mehr als Ballast jeden Tag bei mir tragen.
Reden:
Ich habe mich vor 4 Jahren entschieden mich EO Munich anzuschließen. Ich treffe dort immer wieder großartige, offene Menschen. Seit 10 Monaten bin ich dort ehrenamtliches Vorstandsmitglied. Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, warum das für mich eine sehr gute Entscheidung war, sollten wir uns mal verabreden 😉

