In Vorträgen oute ich mich meist schon auf Folie 3 als Tech-Nerd. Warum?
Weil ich damit auf einen Punkt eingehen kann, der mir für das Mindset in der Produktentwicklung bzw, in meinem Fall meistens App-Entwicklung wichtig ist.
Ich persönlich mag es sehr früh dran zu sein. Das bin ICH. Manche Produkte kaufe oder reserviere ich sogar extra, weil ich Spaß daran habe mit einem Fuß schon in der Zukunft zu sein. Für mich geht davon eine Faszination aus. Das Unbekannte triggert mich und gibt mir Energie.
Mir ist bewusst, dass meine Bedürfnisse und meine Meinung als Kunde keinesfalls normal oder gar repräsentativ sind. Andere sehen das anders. Und ich finde es wichtig, dass uns das als Anbieter von neuen Services, Produkten und Apps klar machen.
Deswegen mag ich diese Grafik (Diffusionstheorie nach Everett Rogers), die zeigt, dass es in der Produktentwicklung verschiedene Phasen der Akzeptanz gibt, die Produkte bzw. deren AnwenderInnen im Laufe der Zeit durchlaufen.
Oftmals geht es bei unseren Produkten um Prozesse, die anders sind, als dies vorher üblich oder „normal“ war. Das bedeutet, wir haben es mit Veränderung zu tun. Und wenn wir von Produkten und Prozessen reden, dann reden wir von Menschen. Die die haben eben eine ziemlich unterschiedliche Geschwindigkeit. Und das ist OK.
Ich habe gelernt, dass es hilfreich ist, sich das klar zu machen.
Das erspart viele Emotionen und macht Diskussionen deutlich einfacher.
Ich habe gelernt, dass meine Meinung ist nicht wichtiger oder richtiger ist als die der Anderen. Punkt.

